Kreatives aus Schrottmaterial

09.06.2010 – ALZEY
Von Elisabeth Aderhold
Allgemeine Zeitung  

PROJEKT Workshop im Juku mit Künstler Joachim Harbut
„Was ist denn hier los?“, fragten sich zwei Jugendliche, als sie das Gelände des Jugend- und Kulturzentrums (Juku) betraten. Eine Feuerstelle rauchte, der Hof vor dem Eingang des Gebäudes war voll mit verschiedenen Schrottteilen. Schweißgeräte, ein Amboss und ein riesiger Hammer standen ebenfalls auf dem Hof. „Geht nach Haus und zieht euch alte Sachen an. Sicherheitskleidung wie Schuhe, Handschuhe und Brillen haben wir hier. Wenn ihr wieder kommt, kann es losgehen“, sagte Workshop-Leiter Joachim Harbut.

Drei andere Jugendliche in „Blaumännern“ schauten sich währenddessen schon alles neugierig an. Unter dem Motto „Kunst ist Bildung“ begleitete Harbut Jugendliche, die aus Schrottteilen Kunstwerke herstellten. Gar nicht so einfach, denn erst einmal musste eine „zündende Idee“ kommen, was man mit diesen Teilen alles machen könnte. Bevor es richtig losging, luden die Jugendlichen einen Anhänger mit weiteren Schrottteilen ab. Ein alter Auspuff, Autoteile, rostige Ketten, Bleche, Stahlstangen und weiteres „Rohmaterial“ kam dabei zum Vorschein.

Joachim Harbut gab den Jugendlichen Tipps und Anweisungen zum richtigen Umgang mit den Geräten. Nachdem erste Berührungsängste mit den ungewohnten Werkzeugen verflogen waren, sprühten Funken durch die Luft und es wurde fleißig geschnitten, geschweißt und gehämmert. „Jeder soll Erfolg spüren und sein Inneres ausleben. Mit traditionellen Werkzeugen sollen moderne Kunstwerke entstehen“, erklärte Harbut die Hintergründe des Workshops.

In Stahl könne man verschiedenes hineinarbeiten, selbst Emotionen. Die Jugendlichen sollen ihren eigenen Weg finden und ein eigenes Objekt herstellen, erklärte er. Zudem hegte Harbut die Hoffnung, dass eine gute Gruppendynamik entstehe, so dass Kunstwerke für das Juku gemeinsam geschaffen werden könnten. „Wenn wir gut vorankommen, haben wir uns überlegt, vielleicht ein Tor an der Römerstraße für das Juku zu bauen“, verriet Harbut, während er ein wachsames Auge auf seine fleißigen Schützlinge hatte, die noch bis Donnerstag am Werk sind. Künstler Joachim Harbut bot schon öfter erfolgreich solche Workshops an.

Die jungen Künstler ließen auf dem Juku-Gelände die Funken sprühen. Noch bis zum Donnerstag dauert ein Workshop mit dem Künstler Joachim Harbut an. Foto: photoagenten / Carsten Selak