Notizbuch

27. Juni
Dokumenta
VON  „COLLAPSE AND RECOVERY“  ZU  „WANDEL UND ENTWICKLUNG“ (ein internationales, interkulturelles Kunstkonzept)
Mit ihrer 12. und 13. Ausgabe ist die Documenta Kassel in eine Phase hineingeführt worden, die eine den periodischen Wechselbetrieb überdauernde Wirkungsdichte verlangt. Die drei Grundfragen von 2007 wiesen bereits auf eine das Format einer kuratierten Ausstellung sprengende Intention hin:
„Die Leitmotive: drei Fragen an die Kunst und ihr Publikum
Ist die Moderne unsere Antike?
Was ist das bloße Leben?
Und, in Bezug auf die Bildung: Was tun?
Das heißt:
Ist die Menschheit imstande, über alle Differenzen hinweg, einen gemeinsamen Horizont zu erkennen?
Ist die Kunst das Medium dieser Erkenntnis?
Was ist zu tun, was haben wir zu lernen, um der Globalisierung seelisch und intellektuell gerecht zu werden?
Ist das eine Frage ästhetischer Bildung?
Was macht das Leben eigentlich aus, wenn man all das abzieht, was nicht wesentlich zum Leben gehört?
Hilft uns die Kunst, zum Wesentlichen zu gelangen?
Documenta 12 orientiert sich an drei Leitmotiven. Es ist kein Zufall, dass diese Leitmotive als Fragen formuliert sind, schließlich machen wir die Ausstellung, um etwas herauszufinden. Hier und dort können diese Motive zueinander in Beziehung treten, einander überlagern oder auch zerfallen - wie bei einem Musikstück.“

Carolyn Christov-Bakargiev, die Leiterin der dOCUMENTA(13), verstärkt mit dem notebook-Projekt dieses Bestreben nach kulturell relevanten Interventionen:
„Das Notizbuch war im antiken Griechenland ein revolutionäres Instrument der Sorge für das Selbst.
Eine Notiz ist kein Text. Sie steht außerhalb des Diskurses. Einer Notiz fehlt die ideologische Dimension, die von einer Intention gekennzeichnet ist; das unterscheidet sie vom Statement, vom Manifest und auch vom Essay der Kritischen Theorie.
Notizen sind nicht geprägt von der Absicht, eine Botschaft zu vermitteln, sondern geben Impulse und haben eine kompositorische Funktion. Eine Notiz beginnt mit einem Affekt und dem Gefühl, dass etwas wichtig ist – beispielsweise mit der bleiernen Vorahnung eines Zusammenbruchs. Text und Bild, Gedanke und Text, Text und Realität, Realität und eine Notiz: Diese Gegensätze beharren auf Differenzen, und das ist weder notwendig noch nützlich. Die Notiz glänzt mit widersprüchlichen Aspekten. Eine Notiz stellt nichts dar, nicht einmal Denken. Dennoch ist sie mit Effekten von Repräsentation und mit realistischen Angaben aufgeladen.
Eine Zeit des bevorstehenden Zusammenbruchs – wie heute in Griechenland und andernorts – kann ein Recht auf Widerspruch gegen die herrschenden Regeln einfordern und die Notwendigkeit neuer Instrumente betonen, um eine Beziehung zu sich selbst herzustellen. Wie ein Regierender die Regierten führt (kratia), wie ein Haushaltsvorstand den Haushalt (oiconomia) führt; die hypomnemata, die Notizen oder Notizbücher, sind persönliche, aber nicht intime Sammlungen dessen, was man hören, sehen oder lesen konnte – wie etwa die Slogans von Demonstrationen an Häuserwänden: Sie dienen der Sorge für das Selbst und seiner Konstituierung; sie können dazu beitragen, das Selbst als einen Teil der »objektiven« Welt wiederherzustellen und an der Erfindung dieser Welt teilzuhaben.“
„Wandel und Entwicklung“ gestaltet als Gesamtkunstwerkskonzept ein Format, das den bedeutenden Anstoß der Kuratorin fortsetzt, um den Geist der dOCUMENTA(13 zu bewahren.
Während die dOCUMENTA(13 ) in den thematischen Rahmen von „Collapse and Recovery“ eingespannt ist, zielt „Wandel und Entwicklung“ unter Hinzunahme der Ergebnisse der Documenta 12  auf die Kernproblematik der Gegenwart. Das Motiv ist, anstelle der Zusammenbruchsszenarien ein „Weltgespräch“ zu setzen, das inmitten der Menschheit an den konkreten Orten des gelebten, alltäglichen Lebens stattfindet und sich den irdischen Lebensraum im Verfahren des größten Aufwandes bei kleinstem Erfolg neu erschließt. Dies bedeutet, dass Menschen als Einzelne in die weltgeschichtliche Verantwortung eintreten, indem sie ihre Initiativkraft in der Autonomie ihres produktiven Selbstbewusstseins in Anspruch nehmen. Hinsichtlich dieser Instanz finden Menschen als Künstler ihre Übereinkunft  im Gespräch und im Dialog, woraus sich Lebensformen der Zivilgesellschaft jenseits der Parteien und Ideologien gestalten lassen. Deren Verfassung unterliegt einem dynamischen, lebendigen Entwicklungsgeschehen, das dem gestalterischen Willen der Beteiligten entspringt. „In der Idee leben heißt das Unmögliche behandeln, als wenn es möglich wäre. Mit dem Charakter hat es dieselbe Bewandtnis: Treffen beide zusammen, so entstehen Ereignisse, worüber die Welt vom Erstaunen sich Jahrtausende nicht erholen kann.“ (Goethe, Maximen und Reflexionen 399)

20. Juni
NaturKultur 2012

Ausgangspunkt vieler Arbeiten sind Kopfzeichnungen, die gar nicht erst auf Papier gelangen, sondern unmittelbar aus dem Stahl herausgeschmiedet werden.
Die Objekte verweigern sich dem rein intellektuellen Zugang. Immer ist in ihnen auch das Surreale, immer ist in ihnen Metaphysik. Sie weisen über ihre bloße Form hinaus, gehen über die Physik hinweg, sind mehr als ein sichtbares Resultat.
Material findet Verwendung, welches einmal Gebrauchsgegenstand war. In dem das Material zum Werk wird, verliert es seinen Gebrauchscharakter, verwahrt jedoch seine Geschichte. Das Fragment ist ein stellvertretendes Zeichen, das symbolisch auf das Wesentliche im Menschen verweist. Es kommt zu einer Auseinandersetzung mit der menschlichen Gestalt. Daraus entstehen Figuren mit einem neuen emotionalen Gehalt.
Die Plastiken sind Neuschöpfungen, die parallel zur Natur existieren. Die Einfachheit und das Originale der bildnerischen Mittel, die sichtbar hervorgehobenen Verbindungen der Materialien, das handwerkliche und mystisch natürliche Aussehen der Werke und die Anordnung, erweisen sich daraus manchmal auch als nutzbar und weisen zur ursprünglichen Funktion.
„Schrott“ findet sich in Stahlköpfen, angelegt als Gehäuse der Erinnerung. Erinnerung heißt dann nicht Rückgriff auf Wissen, sondern meint existenzielles Erinnern.
Die Aufgabe meiner Kunst sehe ich darin, die Menschen in einen Zustand zu versetzen, in dem ihre Bereitschaft für Erinnerung wächst, in dem Erinnerung erst möglich wird und sich somit eine Aufgeschlossenheit dessen einfindet, was die Vergessenheit des Seins verschließt

Kunst bringt dann etwas im Menschen zum Erklingen.

 13. Februar
"Die Knospe verschwindet in dem Hervorbrechen der Blüte, und man könnte sagen, daß jene von dieser widerlegt wird; ebenso wird durch die Frucht die Blüte für ein falsches Dasein der Pflanze erklärt, und als ihre Wahrheit tritt jene an die Stelle von dieser. Diese Formen unterscheiden sich nicht nur, sondern verdrängen sich auch als unverträglich miteinander. Aber ihre flüssige Natur macht sie zugleich zu Momenten der organischen Einheit, worin sie sich nicht nur nicht widerstreiten, sondern eins so notwendig als das andere ist, und diese gleiche Notwendigkeit macht erst das Leben des Ganzen aus."
(G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes, Vorrede)

 

Bank des Dialogs

Der Austausch von Kommunikation kann auf den unterschiedlichsten Wegen stattfinden. Das Gespräch vom Mensch an  die Natur ist eine Form von Gespräch, die sich im Zeitalter der globalen Ordnung immer weiter verliert.
Gelänge der Dialog mit der Natur auf ausgeglichene Weise würde der Mensch auch besser in den gegenseitigen Dialog treten.
Die Vorraussetzung  ist die Liebe für sich selbst und für den anderen. Die Natur bietet die Infrastruktur für diese Liebe. Wache Augen spüren das Leuchten, das der Himmel versprüht.
Auf der Bank, die mit ihren harten Materialien in eine weiche Linie findet, könnte der Versuch zum besagten Dialog besser gelingen

 

 

Aus der Luft deutlich erkennbar:
ein in der Ostsee gesunkener Segler

 

 

 

Die mittelalterliche Wasserburg von Oberdorf
wird erst durch eine Schneedecke sichtbar.

 

 

 

Skizze Palast im Gebirge I

Skizze Palast, Brücke, Leiter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Skizze Menschen und Objekte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Skizze Figuren

 

Die Kunst weist auf ein höheres Vermögen hin.
Dieses ist aber mit dem "Grundtrieb" zur Wissenschaft identisch.
Im Kunstwerk und besonders in der Musik kommen wir in Berührung mit den Grundkräften...
- aus denen Kultur entsteht, hervorgeht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Skizze philosophisches Mobiliar

 

Aktuell: Das Stahlhaus entsteht – ein Arbeitsprozess

9. Februar 2012

Gesamtansicht Stahlhaus der Kommunikation

7. Februar 2012

Nachtgedanken

Auf den Vollmond zugehen

Nachtgefühl - Die Dauer der Nacht ist gleichzeitig Dauer unserer schöpferischen Zeit.

Dämmerung - Wir dämmern auf den Beginn der Nacht, Ambossschläge schallen in das tiefe Dunkel. Der Mensch steht mitten drin, handelt für sich und andere mit. Eine Nacht, diese Nacht ist sein Begleiter.

   

 

6.  Februar 2012

Nachtgedanken

Mitternacht

Phase der Ruhe -  morgen früh entsteht ein neuer Tag mit neuen Taten.

 

Erste Ansichten

Erste Ansichten 1

 

 

 

 

 

Dezember 2011 / Januar 2012

Stahlhaus der Kommunikation

erhebt sich zum Tempel einer neuen geistigen Ordnung.
Kunst selbst zu erschaffen.
Der Mensch schöpft sich seine eigene kreative Kraft.
Baut wie ein Baumeister Stein auf Stein , verschweißt Stahl zu einer geistigen Form.

 

 

 

 

 

 

 

Skizze vegetabiles Objekt

 

Vielleicht entstehen vegetabile Objekte, welche den Kosmos nachempfinden.
Ziel ist es, zu einer Erdung zu gelangen und weg von dem neurosen Wahnsinn permaneter Entwicklung, die all zu oft ohne den Mensch - den UrMensch  - gemacht wird.
UrMensch, gemeint ist der erdende, der nichts braucht als seine eigene innere Kraft.
Die gilt es zu entdecken.
Seit Anfang des Jahres herrscht in Alsheim eine Aufbruchstimmung.
Wir gehen die Dinge neu an.
Versuchen die Kommunikation zu erschaffen in einem Sinnbild als "Soziale Plastik 2012"
Jeder einzelne muss das Heft in die Hand nehmen.

Skizzen Stahlhaus:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 FEBRUAR-GEDANKEN

 

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